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Kräuterzigaretten in Deutschland kaufen: Wo du sie findest – und worauf du beim Kauf achten solltest

13. Aug.
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 4 Tagen

Wer in Deutschland Kräuterzigaretten kaufen möchte, findet sie am zuverlässigsten online. Fertige Kräuterzigaretten sind deutlich weniger verbreitet als klassische Tabakzigaretten; entsprechend überschaubar ist die Auswahl im normalen Tabakladen, Kiosk oder Supermarkt. Spezialshops und die Onlineshops einzelner Hersteller sind deshalb meist der direktere Weg.


Der Kauf selbst ist allerdings der einfache Teil. Schwieriger ist die Frage, was sich hinter einem Angebot tatsächlich verbirgt.


Online ist die Auswahl größer – aber nicht automatisch besser

Eine Suche nach Kräuterzigaretten führt schnell zu Shops mit erstaunlich vielen Varianten: Kräutermischungen, aromatisierte Produkte, tabakfreie Zigaretten, lose Mischungen zum Selberdrehen und fertig konfektionierte Packungen. Diese Dinge sollte man nicht in einen Topf werfen.


Wer fertige Kräuterzigaretten sucht, sollte zuerst prüfen, ob tatsächlich Zigaretten angeboten werden oder nur loses Pflanzenmaterial. Danach lohnt der Blick auf den Anbieter. Ein nachvollziehbares Impressum, eine vollständige Produktbeschreibung und klare Angaben zu Versand und Händler sind wesentlich aussagekräftiger als ein großes Sortiment mit möglichst exotischen Geschmacksrichtungen.


Bei ausländischen Shops kommt noch ein praktisches Problem hinzu: Eine Website mit deutscher Sprache oder deutscher Domain sagt wenig darüber aus, ob die Ware für den deutschen Markt bestimmt ist. Gerade bei einem Produkt, das verbrannt und inhaliert wird, ist ein anonymer Import nicht der Bereich, in dem ein besonders niedriger Preis unbedingt ein Qualitätsmerkmal ist.


Die Packung verrät mehr als das Wort „Kräuter“

Kräuterzigaretten sind rechtlich nicht einfach irgendein getrocknetes Pflanzenprodukt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit ordnet sie als „pflanzliche Raucherzeugnisse“ ein: Produkte auf Basis von Pflanzen, Kräutern oder Früchten, die keinen Tabak enthalten und durch Verbrennung konsumiert werden.


Für solche Produkte schreibt die deutsche Tabakerzeugnisverordnung einen Gesundheitswarnhinweis auf Vorder- und Rückseite der Packung vor. Er muss jeweils 30 Prozent der Fläche einnehmen.


Das ist beim Einkauf ein recht brauchbarer Realitätscheck. Eine Kräuterzigarette, die für den deutschen Markt angeboten wird, sollte nicht wie eine harmlose Packung Kräutertee auftreten.


Auch steuerlich ist die Sache weniger exotisch, als der Name vermuten lässt. Das Tabaksteuergesetz behandelt Erzeugnisse, die statt aus Tabak ganz oder teilweise aus anderen Stoffen bestehen und ansonsten die Voraussetzungen einer Zigarette erfüllen, grundsätzlich wie Zigaretten. Für Tabakwaren sieht das Gesetz zudem Steuerzeichen auf den Kleinverkaufspackungen vor.


Der etwas paradoxe Zustand lautet also: In der Zigarette kann überhaupt kein Tabak stecken – steuerlich kann sie trotzdem wie eine Zigarette behandelt werden.


Vor dem Bestellen: Zutaten statt Schlagwörter lesen

„Kräuterzigarette“ beschreibt zunächst die Produktart, nicht die genaue Rezeptur. Entscheidend ist deshalb die Zutatenangabe.


Manche Produkte bestehen aus Mischungen verschiedener Pflanzen. Andere werden aromatisiert. Wieder andere setzen auf eine einzelne Pflanzenart. Keine dieser Varianten muss allein deshalb besser sein. Wer allerdings gezielt Tabak oder Nikotin vermeiden möchte, sollte diese Information ausdrücklich beim konkreten Produkt finden und nicht aus dem Begriff „Kräuter“ ableiten.


Vier Fragen reichen für einen ersten Check:

  • Welche Pflanze oder Mischung wird tatsächlich geraucht?

  • Ist nachvollziehbar angegeben, ob Tabak beziehungsweise Nikotin enthalten sind?

  • Wer stellt das Produkt her oder bringt es in Deutschland in Verkehr?

  • Findet sich der vorgeschriebene Gesundheitswarnhinweis auf der für Deutschland bestimmten Packung?


Vage Wellness-Versprechen sind dagegen wenig hilfreich. Eine brennende Pflanze bleibt eine brennende Pflanze.


Ein Beispiel: Damiana statt Kräutermischung

Reynard geht bei der Füllung einen sehr reduzierten Weg. Verwendet wird wild gesammeltes und von Hand fermentiertes Damiana, botanisch Turnera diffusa. Die Zigarette enthält nach Herstellerangaben keinen Tabak und kein Nikotin; weitere Kräutermischungen oder Aromastoffe werden nicht zugesetzt.


Das ist vor allem dann relevant, wenn du wissen möchtest, was du eigentlich rauchst. Eine Zutatenliste mit einer einzigen Pflanze lässt sich leichter beurteilen als eine Mischung, deren einzelne Bestandteile im Ungefähren bleiben.


Geschmacklich sollte man daraus allerdings keine falsche Erwartung ableiten. Damiana ist kein Tabak, und eine Kräuterzigarette muss eine klassische Zigarette nicht möglichst perfekt imitieren. Wer jahrelang einen kräftigen Tabakgeschmack gewohnt war, wird Unterschiede bemerken. Das ist keine Fehlfunktion, sondern schlicht anderes Pflanzenmaterial.


Reynard wird derzeit direkt über den eigenen deutschen Onlineshop angeboten. Stand September 2026 kostet eine Packung mit 14 Kräuterzigaretten 11,50 Euro inklusive Mehrwertsteuer. Der Hersteller nennt für Lieferungen innerhalb Deutschlands 3,90 Euro Versandkosten und regulär drei bis fünf Tage Lieferzeit.


Damit ist der Direktkauf derzeit der unkomplizierteste Weg, wenn genau dieses Produkt gesucht wird.


Und im Tabakladen?

Stationär kann die Suche wesentlich unspektakulärer enden: mit einem Schulterzucken hinter der Ladentheke.


Kräuterzigaretten sind ein Nischenprodukt. Ein gut sortierter Tabakfachhandel kann entsprechende Produkte führen oder möglicherweise beschaffen, verlassen sollte man sich darauf aber nicht. Wer nicht eigens mehrere Geschäfte ablaufen möchte, kann vorher anrufen und konkret nach fertigen tabakfreien Kräuterzigaretten fragen. Das verhindert auch das Missverständnis mit losen Kräutermischungen oder Produkten zum Selberdrehen.

Kiosk und Tankstelle sind für diese Suche meist keine besonders effiziente Strategie. Dort wird Regalfläche nach Nachfrage vergeben – und Kräuterzigaretten gehören eben nicht zur üblichen Standardausstattung.


Warum der niedrige Preis nicht das beste Auswahlkriterium ist

Bei klassischen Zigaretten kennt nahezu jeder ungefähr die Größenordnung einer Packung. Bei Kräuterzigaretten fehlt dieser Vergleich. Dadurch wirken manche Preise überraschend hoch und andere verdächtig günstig.


Der Rohstoff allein erklärt den Verkaufspreis nicht. In Deutschland kommt die steuerliche Behandlung hinzu; außerdem unterscheiden sich Herstellung, Stückzahl pro Packung und Verarbeitung erheblich. Bei kleineren Herstellern kann Handarbeit eine größere Rolle spielen als bei industrieller Massenware.


Deshalb ist der Preis pro Packung nur sinnvoll, wenn man gleichzeitig auf die Stückzahl schaut. 14, 20 oder mehr Zigaretten sind kein nebensächliches Detail.


Bei extrem günstigen Importangeboten ist zudem die Frage interessanter, warum sie so günstig sind. Fehlen eindeutige Anbieterinformationen, deutsche Kennzeichnung oder nachvollziehbare Angaben zur Ware, “spart” man sich meist illegal die Tabaksteuer und in der Qualität möglicherweise an der falschen Stelle.


Nikotinfrei beantwortet nur eine von zwei Fragen

Für viele Käufer ist der entscheidende Grund für Kräuterzigaretten das fehlende Nikotin. Das kann ein klarer Unterschied zu einer Tabakzigarette sein.


Damit verschwindet aber nicht der Rauch.


Beim Verbrennen von Pflanzenmaterial entstehen weiterhin gesundheitlich relevante Verbrennungsprodukte. Genau deshalb schreibt der Gesetzgeber für pflanzliche Raucherzeugnisse einen deutlichen Gesundheitswarnhinweis vor. Kräuterzigaretten sind kein Gesundheitsprodukt und keine medizinische Methode zur Rauchentwöhnung. Für Menschen, die bislang überhaupt nicht rauchen, gibt es keinen vernünftigen Grund, damit anzufangen.


Für Erwachsene, die gezielt eine fertige Zigarette ohne Tabak oder Nikotin suchen, ist die Kaufentscheidung dagegen recht konkret lösbar: Zutaten prüfen, Anbieter prüfen, deutsche Kennzeichnung prüfen – und dann erst bestellen.


Kräuterzigaretten in Deutschland zu kaufen ist also nicht besonders kompliziert. Man muss nur etwas genauer hinschauen als am Zigarettenautomaten.

 
 
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